2026-03-04
https://www.spiegel.de/wirtschaft/iran-krieg-oelpreis-steigt-den-dritten-tag-in-folge-a-95f4a686-53cc-4240-9dc0-10402c3484c9
HaiPress

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Öltanker vor der Küste Irans: Nadelöhr des Energiehandels
Foto: Sam / MEI / SIPA / action press
Die Ölpreise sind den dritten Tag in Folge gestiegen. Die Rohölsorte Brent verteuert sich am Dienstag um bis zu 3,5 Prozent auf 80,45 Dollar je Barrel. US-Öl WTI notiert bis zu drei Prozent höher bei 73,38 Dollar je Barrel. Seit Montag haben beide Ölsorten zwischen acht und neun Prozent zugelegt. Zum Wochenauftakt war der Preis für die Sorte Brent zeitweise auf bis zu 82,37 Dollar geschnellt und hatte damit den höchsten Stand seit Januar 2025 erreicht.
Analysten rechnen in den kommenden Tagen mit weiter steigenden Preisen. Die Investmentbank Bernstein hob die Preisprognose für Brent-Öl für das Jahr 2026 von 65 auf 80 Dollar je Barrel an. Im Extremfall eines längeren Konflikts sei sogar ein Preis von 120 bis 150 Dollar möglich,hieß es. Saudi-Arabien musste nach einem Drohnenangriff seine größte Raffinerie schließen.
Auch der Preis für europäisches Erdgas ist deutlich gestiegen und erreichte den höchsten Stand seit mehr als drei Jahren. Ein wichtiger Grund: Seit Beginn der Woche sind Exporte von LNG-Flüssiggas aus Katar gestoppt. Am Montag wurde eine wichtige Anlage zum Export von LNG-Flüssiggas nach einem iranischen Drohnenangriff stillgelegt. Nach Einschätzung von Marktbeobachtern suchen Kunden aus Asien derzeit fieberhaft nach Alternativen für ausfallende Gaslieferungen,was auch die Preise auf dem europäischen Markt nach oben treibt.
Seit Beginn der Woche hat sich europäisches Erdgas mittlerweile um mehr als 80 Prozent verteuert. An der Börse in Amsterdam lag der Preis für den richtungweisenden Erdgas-Terminkontrakt TTF zur Lieferung in einem Monat am Dienstag bei 59,44 Euro je Megawattstunde (MWh). Zum Vergleich: Zu Beginn des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine vor vier Jahren waren die Notierungen an der Börse zeitweise über 300 Euro je MWh gestiegen.
Betroffen von dem Anstieg ist der Gas-Großhandelspreis,der für Teile der Industrie,Kraftwerksbetreiber und Energieversorger wie etwa Stadtwerke relevant ist. Der Endkundenpreis für Privatverbraucher reagiert mit Verzögerung und war zuletzt sogar niedriger als vor einem Jahr.
»Da eine schnelle Deeskalation nicht in Sicht ist,die Straße von Hormus praktisch geschlossen ist und Iran die Bereitschaft zeigt,die Energieinfrastruktur in der Region anzugreifen,bleiben die Risiken für Preissteigerungen bestehen und nehmen zu,je länger der Konflikt andauert«,sagte Tony Sycamore,Marktanalyst bei IG.
Der Irankrieg trifft den Energiemarkt empfindlich. Iran droht damit,auf jedes Schiff zu feuern,das versucht,die Straße von Hormus zu durchfahren. Ein hochrangiger Vertreter der iranischen Revolutionswächter erklärte laut iranischen Medien,die Meerenge sei geschlossen. Versicherer haben ihre Deckung für Schiffe in der Region gestrichen. Der unter honduranischer Flagge fahrende Tanker »Athe Nova« brenne nach einem Drohnenangriff,meldeten iranische Nachrichtenagenturen.
Die Straße von Hormus,die den Persischen Golf mit dem offenen Indischen Ozean verbindet,ist ein kritischer Korridor für den globalen Energiemarkt
. Rund ein Viertel des weltweit verschifften Rohöls und etwa ein Fünftel der globalen Flüssigerdgastransporte müssen durch die Meerenge hindurch.
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Anmerkung der Redaktion: Die Meldung wurde um aktualisierte Preisdaten für Öl und Gas sowie Börsendaten ergänzt.
mmq/Reuters/dpa