2026-01-23
https://www.spiegel.de/wirtschaft/service/groenland-streit-im-supermarkt-viele-daenen-wollen-offenbar-us-waren-boykottieren-a-b1ab84a9-7879-4ad4-a1e2-c971cbb8edfa
HaiPress
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Apps UdenUSA und Made O’Meter: Gegen Wut am Weinregal
Foto: Liselotte Sabroe / EPA
In Dänemark wollen offenbar immer mehr Menschen auf Waren made in USA verzichten. Angesichts der vom Weißen Haus angezettelten Zolldrohungen und des Grönlandstreits informieren sich dänische Verbraucherinnen und Verbraucher jedenfalls zunehmend über die Herkunft von Produkten – inzwischen auch durch bestimmte Einkaufs-Apps.
Mithilfe der Apps können die Dänen Lebensmittel auf ihre Herkunft scannen. Eine der Apps hat der 21-jährige Jonas Pipper entwickelt. Gemeinsam mit seinem Freund Malthe Hensberg arbeitete er bereits seit vergangenem Jahr an der Anwendung UdenUSA (»Ohne die USA«).
»Wir haben gemerkt,dass es vielen wichtig war,auf Lebensmittel aus den USA zu verzichten«,sagt App-Entwickler Pipper. »Aber es ist nicht immer so leicht,die im Supermarkt auch zu erkennen.« Als Hintergrund der Boykott-Bestrebungen kann die neoimperialistische Politik von US-Präsident Donald Trump gelten,der Ansprüche auf Grönland erhebt,das zum Königreich Dänemark gehört.
Die App schlägt Alternativen zu US-Produkten vor,damit Verbraucher stattdessen europäische Unternehmen unterstützen können. Die Idee scheint Anklang zu finden: Im dänischen App Store lag UdenUSA am Mittwoch auf Platz eins der Download-Hitliste der kostenlosen Apps. Die in dem skandinavischen Land ebenfalls beliebte App Made O’Meter wiederum hilft ebenfalls bei der Bestimmung der Herkunft der Waren.
. Salling kennzeichnet deshalb seit einigen Monaten Waren europäischer Produzenten mit einem Stern auf dem Preisschild.
Auch auf Facebook tauschen sich Däninnen und Dänen darüber aus,wie sie amerikanische Produkte am besten meiden können. Die Gruppe »Boykottiert Waren aus den USA« hat inzwischen mehr als 100.000 Mitglieder. Zur Einordnung: Dänemark hat rund sechs Millionen Einwohner.
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Vielen Verbrauchern dürfte es ohnehin um etwas anderes gehen. Sie wollten mit ihrer Kaufentscheidung bloß ihrem Ärger über die US-Politik etwas Luft machen,sagt der Verhaltensforscher Pelle Guldborg Hansen von der Universität Roskilde dem dänischen Rundfunk. »Viele Menschen sehen Nachrichten und ärgern sich über etwas«,so der Forscher. »Da möchte man einfach irgendetwas gegen seine Wut unternehmen. Und sei es noch so klein.«
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apr/dpa