Startup-Verband fordert Politik aus einem Guss | Pausder: „Alles auf Innovation setzen“

2025-09-03    HaiPress

Deutschland steckt fest: Zum dritten Jahr in Folge rutscht die Wirtschaft in die Rezession,erstmals seit einem Jahrzehnt liegt die Zahl der Arbeitslosen wieder über drei Millionen. Gleichzeitig wächst der Reformstau – von Digitalisierung über Bürokratieabbau bis zur Sicherung des Sozialstaats.

„Deutschland kann sich keine politische Trägheit mehr leisten. Wir müssen alles auf Innovation setzen,statt uns mit politischen Grabenkämpfen zu blockieren. Nur so wird unser Land wieder zum Innovations- und Wachstumsmotor Europas“,sagt Verena Pausder,Vorstandsvorsitzende des Startup-Verbands.

Startups zeigen Dynamik – doch der Druck wächst

Trotz des schwierigen Umfelds bleibt die Gründungsdynamik hoch: Im ersten Halbjahr 2025 wurden 1.500 neue Startups gegründet,neun Prozent mehr als im Vorhalbjahr. Besonders Software- und industrielle Lösungen legten stark zu – befeuert durch Künstliche Intelligenz. Gleichzeitig steigen die Insolvenzen,vor allem im B2C-Segment.

„Die Zahlen zeigen: In Deutschland geht was in Sachen Zukunftstechnologien. Doch viele Startups und Scaleups stehen massiv unter Druck. Jetzt braucht es eine Startup-Strategie,die neuen Schwung bringt: Startups müssen endlich Top-Priorität haben. Entscheidend sind mehr Entschlossenheit und eine konsistente Politik für Innovation und Wachstum“,betont Pausder.

100 Tage Bundesregierung – Startups warten auf Umsetzung

Die neue Bundesregierung ist weit mehr als 100 Tage im Amt – doch klare Zuständigkeiten in der Startup-Politik bzw. Innovationspolitik fehlen weiterhin. Kompetenzgerangel zwischen Ministerien verhindert konsistente Politik.

„Wir brauchen endlich eine Startup-Politik,die aus einem Guss kommt. Die Regierung ist jetzt 4 Monate am Start und noch immer reden wir über Zuständigkeiten. Das nervt und verhindert konkrete Maßnahmen,die wir so dringend brauchen. Gründerinnen und Gründer haben keine Zeit für politische Flickenteppiche,sie brauchen Verlässlichkeit und Tempo“,fordert Pausder.

Gesetzesvorhaben – gemischte Bilanz

Unzufrieden ist die Startup-Szene auch mit einer Reihe von aktuellen Gesetzesvorhaben. Das kürzlich vom Kabinett beschlossene Tariftreuegesetz droht Startups faktisch von der Bundesvergabe auszuschließen,denn junge Unternehmen können den Vorgaben in der Praxis kaum gerecht werden. Der Startup-Verband fordert daher im parlamentarischen Verfahren Nachbesserungen. Sonst bleiben die innovativsten Lösungen von Startups der Bundesverwaltung vorenthalten.

Das Standortfördergesetz ist für den Startup-Verband ein Schritt in die richtige Richtung zur Stärkung des Finanzstandorts,reicht allein aber nicht aus: Es braucht Nachbesserungen bei den Reinvestitionsregeln und der Kapitalmarktöffnung. Zudem sollte das Gesetz auch die im Koalitionsvertrag angekündigte Verbesserung der Bedingungen für Mitarbeiterkapitalbeteiligungen aufgreifen.

Besonders kritisch sieht der Verband das Fondsrisikobegrenzungsgesetz (FoRG): Die vorgesehene Umstellung der Berechnung der Assets under Management (AuM) auf Verkehrswerte,statt wie bisher auf HGB-Buchwerte,würde registrierte Fondmanager unverhältnismäßig belasten und damit kleinere,besonders erfolgreiche Fonds in ihrer Existenz gefährden – hier ist dringend eine Kurskorrektur nötig.

Kapital mobilisieren – Europas und Deutschlands Hausaufgaben

Im ersten Halbjahr 2025 flossen rund 4 Milliarden Euro Venture Capital nach Deutschland,allein 1,7 Milliarden in KI-Startups. Doch fast ein Drittel des Kapitals kam von US-Investoren,während die Exit-Märkte in Europa schwach bleiben.

„Mit dem Versprechen 12 Milliarden Euro bis 2030 für Startups zu mobilisieren,war die WIN-Initiative ein starkes Signal. Im Koalitionsvertrag ist das Ziel ausgegeben,die WIN-Investitionen auf über 25 Milliarden Euro zu verdoppeln. Jetzt braucht es Transparenz,wo wir stehen und Tempo in der Umsetzung. Die WIN-Initiative kann ein riesiger Hebel für Startups und Innovation in Deutschland sein – wenn die Bundesregierung liefert.“

Der Startup-Verband fordert deshalb strukturelle Reformen: eine funktionierende europäische Kapitalmarktunion,die Öffnung institutioneller Kapitalquellen in Deutschland und attraktivere Exit-Kanäle. Nur so kann Deutschland vom Startup- zum Scaleup-Land werden – und im globalen Innovationswettlauf bestehen.

Die aktuellen Stellungnahmen des Startup-Verbands finden Sie hier.

Zum Startup-Verband

Der Startup-Verband ist Repräsentant und Stimme der Startups in Deutschland und vertritt ihre Interessen,Standpunkte und Belange gegenüber Gesetzgebung,Verwaltung und Öffentlichkeit. Er wirbt für innovatives Unternehmertum und trägt die Startup-Mentalität in die Gesellschaft. Der Verein versteht sich als Netzwerk der Startups in Deutschland. Weitere Informationen zum Startup-Verband finden sich unter www.startupverband.de.

PM Startup-Verband

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