Vielfalt im Handwerk: Schlüssel für Fachkräfte- und Zukunftssicherung

2025-07-30    IDOPRESS

Zum Abschluss der CSD-Kulturwochen der Landeshauptstadt Stuttgart betont die Handwerkskammer Region Stuttgart die zentrale Bedeutung von Vielfalt im Handwerk. Vier Betriebe aus der Region zeigen,wie ein diverses Team auch zu wirtschaftlichem Erfolg führt.

In Zeiten gesellschaftlicher Polarisierung und wachsender wirtschaftlicher Herausforderungen ist Vielfalt und gesellschaftlicher Zusammenhalt für das Handwerk von besonderer Bedeutung. Während politische Debatten zunehmend von Abgrenzung geprägt sind,setzt das Handwerk in der Region Stuttgart ein klares Zeichen für Offenheit,Zusammenhalt und Zukunftsfähigkeit. Peter Friedrich,Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer Region Stuttgart betont: „Vielfalt ist ein entscheidender Erfolgsfaktor für Betriebe. Gerade angesichts des Fachkräftemangels ist es entscheidend,alle Potentiale zu nutzen – unabhängig von Herkunft,Geschlecht,Alter oder körperlichen Voraussetzungen.“

Die Handwerkskammer setzt sich daher aktiv dafür ein,Vielfalt in der Ausbildung,in der Betriebsführung und in der öffentlichen Wahrnehmung zu fördern – für ein modernes,offenes und leistungsfähiges Handwerk in der Region Stuttgart. Peter Friedrich: „Ein vielfältiges Handwerk ist ein starkes Handwerk. Wenn Menschen mit unterschiedlichen Hintergründen gleichberechtigt zusammenarbeiten,entstehen neue Ideen,bessere Lösungen und ein stärkeres Miteinander. Vielfalt ist kein Nice-to-have,sondern ein echter Wirtschaftsfaktor und ein Beitrag zur Zukunftsfähigkeit unserer Betriebe.“

Wie wichtig Vielfalt für das Handwerk der Region Stuttgart ist,berichten vier Betriebe:

Jeder packt mit an – carisma Gebäudemanagement & Service in Stuttgart,Bad Cannstatt

Als anerkannter Inklusions- und Meisterbetrieb im Gebäudemanagement in Stuttgart – Bad Cannstatt setzt carisma auf Vielfalt,Qualität und soziale Verantwortung. „Wir zeigen jeden Tag,dass Inklusion und Integration funktionieren“,erklärt Regina von Eif,Leitung Inklusion und Personal bei carisma Gebäudemanagement & Service GmbH: „Bei uns arbeiten rund 175 Mitarbeitende mit und ohne Behinderung aus über 21 Nationen. Gemeinsam sind wir unschlagbar.“

Im Gebäudereiniger-Handwerk werden viele Hände gebraucht,um die Aufträge abzudecken. Daher sei es wichtig,das gesamte Potential an Fachkräften auszuschöpfen,so die Geschäftsführerin Bettina Krutwig: „Wir geben jedem eine Chance,sich einzubringen und eine Karriere zu starten. Je nach Fähigkeiten fördern wir unsere Mitarbeitenden individuell,damit sie ihre Arbeit gerne und gut ausführen können.“ Das Prinzip geht auf und kommt gut bei den Mitarbeitenden an. „Ein Mitarbeiter konnte dadurch,dass er bei uns eine Ausbildung angefangen hat,seine Abschiebung verhindern. Mittlerweile ist er als Vorarbeiter aufgestiegen und leitet andere Mitarbeitende an. Wir sind sehr froh,ihn als loyale Fachkraft bei uns in den Reihen zu wissen“,freut sich die Geschäftsführerin.

Attraktiver Arbeitgeber durch gelebte Vielfalt – Muny Holzbau und Schreinerei in Kornwestheim

Beim Holzbau- und Schreinerbetrieb Muny in Kornwestheim ist Diversität gelebter Alltag,berichtet Geschäftsführer Patrick Pressel: „Wir stellen Menschen unabhängig von Alter,Geschlecht oder Herkunft ein. Für uns zählt vor allem die Motivation und die positive Einstellung.“ Ein Geflüchteter aus Syrien absolvierte bei Muny eine Ausbildung zum Zimmerer. Seine sehr guten schulischen Leistungen wurden sogar durch die Oscar-Walker-Schule in Ludwigsburg ausgezeichnet. Aktuell absolvieren außerdem zwei Frauen ihre Ausbildung im Zimmerer- und Schreinerhandwerk,beides noch eher männerdominierte Berufe. „Unsere Devise ist klar: Handwerk ist für alle da!“,betont Pressel. Für die Auszubildenden und den Betrieb ist vor allem das Wissen der Fachkräfte,die auf jahrzehntelange Berufserfahrung zurückblicken,von großem Wert. Im Team kommen so unterschiedliche Perspektiven und Erfahrungen zusammen. „Diese Offenheit macht uns als Arbeitgeber attraktiv. Wir erleben,dass Bewerberinnen und Bewerber unsere Unternehmenskultur und die abwechslungsreichen Projekte schätzen. Nicht zuletzt deshalb gelingt es uns bisher sehr gut,Nachwuchskräfte zu gewinnen“,freut sich der Geschäftsführer.

Für ein gutes Gemeinschaftsgefühl – Kiess Innenausbau in Stuttgart

50 Mitarbeitende aus 13 Nationen – bei der Firma Kiess in Stuttgart gehört der interkulturelle Austausch zum Team-Alltag dazu. „Es herrscht eine hohe Akzeptanz im Team,alle unterstützen sich gegenseitig“,berichtet Geschäftsführer Wolfang Rosskopf stolz. Das Zusammengehörigkeitsgefühl sei daher sehr hoch im Betrieb. Das habe auch einen gesellschaftlichen Wert: „Wir müssen mithelfen,junge Geflüchtete in unsere Gesellschaft zu integrieren – eine berufliche Ausbildung bietet dafür sehr gute Möglichkeiten. Wir als Betrieb können aktiv dazu beitragen,dass Integration gelingt“,so Rosskopf.

Auch Inklusion wird im Schreinerbetrieb gelebt: „Wir haben Mitarbeitende,die gehörlos sind. Durch den Austausch in der Belegschaft können Vorurteile und Hemmungen abgebaut werden“,freut sich der Geschäftsführer. Es ist aber nicht nur ein gesellschaftlicher Gewinn,Vielfalt zu leben,betont Rosskopf: „Für uns hat das auch ganz klar wirtschaftliche Vorteile: Wir finden genügend Fachkräfte,einerseits weil unsere Ausbildungsplätze begehrt sind,andererseits weil uns das große Netzwerk unserer Mitarbeitenden viele Kontakte bietet.“

Vielfalt als Stärke – Scheyhing Holzbau in Leonberg-Höfingen

Vielfalt im Handwerk ist genau das,was ein lebendiger Betrieb braucht – davon ist auch das Team von Scheyhing Holzbau in Leonberg-Höfingen überzeugt. Geschäftsführer Andreas Frank ist daher froh,dass sie ein interkulturelles Team haben und auch der Frauenanteil weiter wächst: „Ab September startet unsere zweite weibliche Auszubildende – ein weiterer Schritt hin zu mehr Ausgewogenheit und Vielfalt im Team.“ Frauen bringen häufig eine andere Herangehensweise,neue Ideen und eine veränderte Grundstimmung in den Arbeitsalltag ein – was nicht nur zu mehr Kreativität,sondern auch zu einem angenehmeren Betriebsklima beiträgt.

Auch Berührungsängste gegenüber anderen Kulturen schwinden schnell,wenn man gemeinsam an einem Projekt arbeitet. Durch den Austausch miteinander,sei es bei der Arbeit selbst oder in Gesprächen in den Pausen,lernten alle täglich voneinander. „In unserem Betrieb hat dieser offene und vielfältige Umgang nicht nur zu mehr Harmonie geführt,sondern auch dazu beigetragen,alte Rollenbilder aufzubrechen. So ist ein Arbeitsumfeld entstanden,in dem alle Beteiligten sich respektiert fühlen und gemeinsam das Beste aus sich herausholen können“,so Frank.

PM Handwerkskammer Region Stuttgart

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