Kommunale Wärmeplanung: Aus der Praxis für die Praxis – Erfolgreiche Veranstaltung in Ludwigsburg bringt Kommunen zusammen und bündelt Wissen und Erfahrungsberichte

2025-07-21    IDOPRESS

In Ludwigsburg tauschten sich am 18. Juli 2025 rund 150 Vertreterinnen und Vertreter aus Kommunen,Energieagenturen und Verwaltung zur kommunalen Wärmeplanung aus. Praxisberichte und konkrete Umsetzungstipps standen dabei im Mittelpunkt. Das Ziel: Kommunen auf dem Weg zur klimaneutralen Wärmeversorgung bis 2040 zu unterstützen.

Am 18. Juli 2025 fand an der Pädagogischen Hochschule Ludwigsburg die Fachveranstaltung „Kommunale Wärmeplanung: Aus der Praxis für die Praxis“ statt. Eingeladen hatte die Stabsstelle Energiewende,Windenergie und Klimaschutz (StEWK) des Regierungspräsidium Stuttgart in Zusammenarbeit mit der KEA Klimaschutz- und Energieagentur Baden-Württemberg (KEA-BW). Ziel war es,den Kommunen im Regierungsbezirk Stuttgart praxisnahes und konkretes Wissen für die Umsetzung der kommunalen Wärmeplanung mitzugeben.

Eröffnet wurde die Veranstaltung mit einem digitalen Grußwort der Regierungspräsidentin Susanne Bay. Sie betonte: „Die kommunale Wärmeplanung ist ein zentrales Instrument des Klimaschutzes. Unser gemeinsames Ziel ist eine klimaneutrale Wärmeversorgung bis zum Jahr 2040. Auf diesem Weg wollen wir die Kommunen bestmöglich unterstützen. Ein durchdachter und nachhaltiger Wärmeplan stärkt die Zukunftsfähigkeit einer jeden Kommune und bildet die Basis für eine zuverlässige und bezahlbare Wärmeversorgung der Bürgerinnen und Bürger.“

Das Umweltministerium Baden-Württemberg stellte im Anschluss die zukünftigen rechtlichen Rahmenbedingungen und Anforderungen an die kommunale Wärmeplanung vor. Dabei wurde deutlich: Kommunen stehen nicht nur vor einer gesetzlichen Verpflichtung,sondern auch vor der Chance,ihre Wärmeversorgung zukunftssicher,effizient und klimafreundlich zu gestalten.

Erfahrungsberichte aus der Praxis für die Praxis

Im Zentrum der Veranstaltung standen Erfahrungsberichte aus der kommunalen Praxis. Die Stadtwerke Crailsheim zeigten zum Beispiel,wie eine erfolgreiche Wärmeplanung umgesetzt werden kann. Die Landeshauptstadt Stuttgart schilderte Herausforderungen bei der Integration der Wärmeplanung in bestehende Infrastruktur und die entstehende Komplexität aufgrund von vielfältigen Interessen verschiedener Akteure.

Ein besonderer Beitrag: Das gemeinsame Projekt der Gemeinde Sersheim und der Stadtwerke Bietigheim-Bissingen. Sie gaben Einblicke in ihre Konvoilösung. Ein Ansatz,bei dem mehrere Kommunen den Wärmeplanungsprozess gemeinsam gestalten. Darüber hinaus gaben die KEA-BW sowie der Projektträger Karlsruhe (PTKA) wertvolle Tipps für die praktische Umsetzung – von der Auswahl geeigneter Datenquellen bis hin zur Einbindung lokaler Akteure.

Am Nachmittag vertieften die Teilnehmerinnen und Teilnehmer die Inhalte in Workshops. Im Fokus standen dabei innovative Technologien und tragfähige Finanzierungsmodelle für die Wärmewende sowie die Wärmeplanung im Konvoi. Dabei verdeutlichten Impulsvorträge der Stadt Backnang sowie der Energieagentur Kreis Ludwigsburg LEA e. V. die hohe praktische Relevanz der behandelten Themen.

Die Veranstaltung bot Raum für Austausch,Vernetzung und Diskussion – mit dem klaren Ziel,voneinander zu lernen und den Weg zur klimaneutralen Wärmeversorgung gemeinsam zu gestalten.

Die Stabsstelle Energiewende,Windenergie und Klimaschutz sowie die KEA-BW zeigten sich zufrieden mit der großen Resonanz und kündigten an,den praxisorientierten Austausch zur kommunalen Wärmeplanung auch künftig zu fördern.

Hintergrundinformationen

Ein kommunaler Wärmeplan umfasst vier Elemente:

Bestandsanalyse

Erhebung des aktuellen Wärmebedarfs und -verbrauchs und der daraus resultierenden Treibhausgas-Emissionen,einschließlich Informationen zu den vorhandenen Gebäudetypen und den Baualtersklassen,der Versorgungsstruktur aus Gas- und Wärmenetzen,Heizzentralen und Speichern sowie Ermittlung der Beheizungsstruktur der Wohn- und Nichtwohngebäude.

Potenzialanalyse

Ermittlung der Potenziale zur Energieeinsparung für Raumwärme,Warmwasser und Prozesswärme in den Sektoren Haushalte,Gewerbe-Handel-Dienstleistungen,Industrie und öffentlichen Liegenschaften sowie Erhebung der lokal verfügbaren Potenziale erneuerbarer Energien und Abwärmepotenziale.

Aufstellung Zielszenario

Entwicklung eines Szenarios zur Deckung des zukünftigen Wärmebedarfs mit erneuerbaren Energien zur Erreichung einer klimaneutralen Wärmeversorgung. Dazu gehört eine räumlich aufgelöste Beschreibung der dafür benötigten zukünftigen Versorgungsstruktur im Jahr 2050 mit einem Zwischenziel für 2030. Dies gelingt durch die Ermittlung von Eignungsgebieten für Wärmenetze und Einzelversorgung.

Wärmewendestrategie

Formulierung eines Transformationspfads zur Umsetzung des kommunalen Wärmeplans,mit ausgearbeiteten Maßnahmen,Umsetzungsprioritäten und Zeitplan für die nächsten Jahre und einer Beschreibung möglicher Maßnahmen für die Erreichung der erforderlichen Energieeinsparung und den Aufbau der zukünftigen Energieversorgungsstruktur.

Der Prozess der kommunalen Wärmeplanung führt Potenziale und Bedarf systematisch zusammen. Auf diese Weise lassen sich Einsatzmöglichkeiten der Energiequellen im künftigen Energiesystem definieren und lokal umsetzen. Bei der nachfolgenden Einbindung des kommunalen Wärmeplans in die weiteren kommunalen Planungsaufgaben sollten die Beteiligten der Wärme- und Stadtplanung sich regelmäßig abstimmen. Ein kommunaler Wärmeplan wirkt dabei als Routenplaner. Denn seine Ergebnisse und Handlungsvorschläge dienen dem Gemeinderat und den Ausführenden als Grundlage für die weitere Stadt- und Energieplanung. Während des gesamten Prozesses gilt es,die Inhalte anderer Vorhaben der Kommune,etwa die der Bauleit- oder Regionalplanung,zu berücksichtigen.

Mehr Informationen zur Kommunalen Wärmeplanung sind auf dem Wissensportal der KEA BW unter www.kea-bw.de > Wärmewende > Wissensportal > Kommunale Wärmeplanung abrufbar.

PM Regierungspräsidium Stuttgart

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