„Decke auf, wo Atmen krank macht!“: Deutsche Umwelthilfe misst mit Bürgerinnen und Bürgern Dieselabgasgift Stickstoffdioxid

2025-07-17    IDOPRESS

DUH startet bundesweit größte Mitmach-Aktion für Saubere Luft: Rund 500 Menschen erhalten Messgeräte und machen unsichtbare Gesundheitsgefahr durch Stickstoffdioxid (NO2) sichtbar

Neue Grenzwertregelung ab 2026,aber viel zu wenige Messstationen: DUH ruft auf,Orte mit vermutlich hoher NO2-Belastung zu melden unter https://mitmachen.duh….essaktion/

DUH-Bundesgeschäftsführer Resch: „Werden aufbauend auf den Messergebnissen sicherstellen,dass Luftreinhaltepläne mit wirksamen Maßnahmen erstellt werden – zur Not vor Gericht“

Die Deutsche Umwelthilfe (DUH) ruft Bürgerinnen und Bürger in ganz Deutschland auf,bei ihrer bundesweiten Messaktion für Saubere Luft mitzumachen. Unter dem Motto „Decke auf,wo Atmen krank macht“ will die Umwelt- und Verbraucherschutzorganisation bislang unbekannte Belastungsschwerpunkte mit dem Dieselabgasgift Stickstoffdioxid (NO2) identifizieren und Maßnahmen einfordern – insbesondere an Orten,wo kaum offizielle Messstationen existieren. Anlass ist der neue,strengere Grenzwert für NO2 von 20 µg/m³ (aktuell 40 µg/m³). Wird der Grenzwert im Jahr 2026 überschritten,werden Luftreinhaltepläne mit wirksamen Maßnahmen wie Tempo 30,Parkraumbewirtschaftung und letztendlich Dieselfahrverboten fällig. Die Maßnahmen müssen geeignet sein,bis 2030 eine Grenzwerteinhaltung sicherzustellen. Das ist dringend notwendig,denn allein im Jahr 2022 starben in Deutschland mehr als 28.000 Menschen an den Folgen von Luftverschmutzung durch Stickstoffdioxid.

Jürgen Resch,Bundesgeschäftsführer der DUH: „In ganz Deutschland gibt es nur 287 verkehrsnahe Messstationen für das Dieselabgasgift Stickstoffdioxid – das ist etwa eine für 300.000 Menschen. Gemeinsam mit hunderten Bürgerinnen und Bürgern werden wir die Zahl der Messstellen verdreifachen. Denn nur wo gemessen wird,werden auch Maßnahmen zur Luftreinhaltung und damit zum Schutz der Gesundheit ergriffen. Die EU hat nach jahrzehntelangen Grenzwertüberschreitungen dazu gelernt und erstmals auch Luftreinhaltepläne vorgeschrieben,bevor der Grenzwert scharfgeschaltet wird. Aufbauend auf den noch in diesem Jahr gesammelten Messergebnissen werden wir sicherstellen,dass die Pläne tatsächlich erstellt werden und wirksame Maßnahmen enthalten – zur Not vor Gericht.“

Für die Messaktion können Bürgerinnen und Bürger bis zum 24. August 2025 unter https://mitmachen.duh….essaktion/ Orte melden,an denen sie eine besonders hohe Luftverschmutzung vermuten. Die DUH sichtet diese und stellt nach einer Vorauswahl für rund 500 Standorte sogenannte Passivsammler zur Verfügung – kleine Röhrchen,in denen das Gas chemisch gebunden wird. Das Verfahren ist international anerkannt und wird auch von mehreren Bundesländern zur offiziellen Messung eingesetzt. Um eine möglichst hohe Vergleichbarkeit zu gewährleisten,werden die Messungen deutschlandweit im Oktober 2025 durchgeführt. An den Orten mit der höchsten Belastung schließt die DUH im Jahr 2026 Langzeitmessungen an,um Jahresmittelwerte festzustellen.

Hintergrund:

Stickstoffdioxid ist einer der gefährlichsten Luftschadstoffe in Deutschland. Der Verkehrssektor ist mit einem Anteil von 39 Prozent die mit Abstand größte Quelle,vor allem verursacht durch den Straßenverkehr. Besonders in Gebieten mit hohem Verkehrsaufkommen ist die Belastung also hoch – darunter Innenstädte und Wohnviertel,wo viele Menschen unterwegs und betroffen sind. Kinder sind besonders gefährdet,da sie sich näher an den Auspuffrohren bewegen.

Aus Sicht der DUH ist selbst der neue NO2-Grenzwert von 20 µg/m³ unzureichend. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat bereits im Jahr 2021 einen deutlich strengeren Grenzwert von 10 µg/m³ im Jahresmittel empfohlen. Knapp 75 Prozent der Messstationen in Deutschland überschreiten diese Empfehlung. Insbesondere für Kinder,ältere Menschen und Personen mit Atemwegserkrankungen muss die Luftschadstoffbelastung so niedrig wie möglich sein.

Link:

Zur Mitmach-Aktion: https://mitmachen.duh….essaktion/



PM Deutsche Umwelthilfe e. V. (DUH)

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