Umfrage: Deutlich weniger Unternehmen in BW wollen ihr Forschungs-Budget steigern – Förderung hilft, strukturelle Hemmnisse abzumildern

2025-07-14    HaiPress

„Trotz den weiter schwierigen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen sind sich unsere Unternehmen der Bedeutung von Forschung und Entwicklung (FuE) für ihre Innovations- und Wettbewerbsfähigkeit bewusst. Das zeigt unsere aktuelle landesweite Umfrage zu den FuE-Investitionen in der Wirtschaft“,so Volker Hasbargen,Präsident der IHK Karlsruhe,die im Baden-Württembergischen Industrie- und Handelskammertag (BWIHK) in Technologiefragen federführend ist.

Mit 77 Prozent gab es 2025 eine deutlich höhere ‚FuE-Beteiligungsquote‘ als in der letzten Umfrage 2018. Auch hat ein guter Teil der Unternehmen die FuE-Ausgaben seitdem umsatzanteilig (= FuE-Intensität) gesteigert. Beides sind grundsätzlich positive Signale. Allerdings will im Vergleich zu 2018 ein deutlich kleinerer Anteil der Betriebe (53 Prozent) das FuE-Budget in den nächsten 3 bis 5 Jahren steigern (-15 Prozentpunkte). Gleichzeitig ist der Anteil an Unternehmen,die eine Budget-Verringerung planen angewachsen (jetzt 13 Prozent,+8 Prozentpunkte zu 2018). Die Zunahme bei der FuE-Intensität liegt damit wohl eher an niedrigeren Gesamtumsätzen der Unternehmen als an quantitativ gesteigerten FuE-Budgets. Durch anhaltende politische und wirtschaftliche Unsicherheiten stehen die FuE-Investitionen der Betriebe deutlich unter Druck.

Förderung setzt klare Anreize

Um dem entgegenzuwirken,haben bereits mehr als die Hälfte (56 Prozent) der befragten FuE-aktiven Unternehmen Förderprogramme für Innovationsprojekte genutzt. Zwei Drittel (65 Prozent) davon hätten diese Projekte ohne Förderung nicht oder nur teilweise durchgeführt. „Das zeigt: Eine passgenaue und verlässliche öffentliche Förderung stärkt die Innovationsfähigkeit der Wirtschaft in ökonomisch schwierigen Zeiten“,erklärt Dr. Stefan Senitz,Technologieexperte in der BWIHK-Federführung Technologie bei der IHK Karlsruhe. Er ergänzt: „An den Nutzungsgraden einzelner Programme lässt sich ablesen: Trotz der Zunahme der Zahl an Förderprogrammen in den letzten 10 Jahren ist die Nachfrage auch bei bereits länger existierenden Programmen,zum Beispiel den Innovationsgutscheinen des Landes,stabil. Das unterstreicht,dass Förderung derzeit ein wichtiger Baustein ist,um investitionshemmende strukturelle und wirtschaftliche Herausforderungen abzumildern.“

Personalkosten bei Förderung am wichtigsten

Am wichtigsten bei geförderten Innovationsprojekten ist für mehr als zwei Drittel (67 Prozent) der befragten FuE-aktiven Unternehmen die Förderung von Personalkosten. Das stützt die These,dass Förderung dabei hilft,strukturelle Nachteile abzufedern,bspw. hohe Lohnkosten. Gängige Fördermaßnahmen des Landes wie die Innovationsgutscheine oder das Invest BW-Programm,als auch das ZIM-Programm und die steuerliche Forschungszulage auf Bundesebene,fördern Kosten für FuE-Personal. „Sie sind damit passgenau zur Nachfrage und sollten verstetigt werden. Wichtig dabei ist ein möglichst einfacher Zugang für Unternehmen. Deshalb schlagen wir für die Innovationsprogramme im Land einen ‚One-Stop-Shop‘ mit einheitlichen digitalen Verfahren vor,von der Antragstellung bis zu Abrechnung. Weiter sollte der ‚Beginn auf eigenes Risiko‘ Standard sein,damit Unternehmen nicht zwingend auf eine Bewilligung warten müssen,um starten zu können. Denn Geschwindigkeit ist für Innovationen essenziell“,fordert Senitz.

Förderdreiklang in Baden-Württemberg beibehalten

Das Invest in ein typisches Innovationsvorhaben liegt für mehr als der Hälfte (53 Prozent) der FuE-aktiven Unternehmen aus der Umfrage bei unter 50.000 Euro. Bei 38 Prozent der Kleinstbetriebe (1 bis 9 Beschäftigte) sind es sogar weniger als 10.000 Euro. Mehr als jedes zweite (52 Prozent) größere Unternehmen (>249 Beschäftigte) gibt dagegen mehr als 100.000 Euro aus. Dazu Senitz: „Kleinen Unternehmen ist bereits mit überschaubaren Fördervolumina geholfen,größere investieren auch höhere Summen. Unserer Einschätzung nach deckt der bisherige ‚Förderdreiklang des Landes‘ (Innovationsgutscheine – Invest BW – Digitalisierungsprämie Plus) diese Bandbreite gut ab. Er sollte unbedingt verstetigt werden,und zwar möglichst technologieoffen.“

Mit der aktuell neuen Förderrunde bei Invest BW setzt die Politik positive Zeichen. Die jetzt bekanntgegebene Abschaffung der Zuschussförderung bei der Digitalisierungsprämie Plus wertet die IHK-Organisation dagegen als Rückschritt – auch wenn die Projektvolumina,bis zu denen gefördert wird,deutlich erhöht worden sind. „Die Unterstützung der Digitalisierungsaktivitäten von Unternehmen einzig über die Kreditförderung verringert Flexibilität und ist deshalb aus IHK-Sicht zu kurz gesprungen. Denn Innovation und Digitalisierung lassen sich nicht mehr trennen. Besser wäre gewesen,Investitionen bis 25.000 Euro mit bis zu 7.500 Euro Zuschuss zu fördern,und in der Darlehensvariante den Tilgungszuschuss für Investitionen bis 100.000 Euro wieder auf 10 Prozent anzuheben“,so Senitz weiter.

Baden-Württemberg als Forschungsstandort attraktiv halten

Die Rahmenbedingungen für unternehmerische FuE müssen demnach weiter verbessert und strukturelle Hemmnisse abgebaut werden. Hierzu zählt auch die Beseitigung unnötiger Bürokratie. Denn mehr gesetzliche Vorgaben und Regeln binden mehr Personal in den Unternehmen. In Zeiten knapper Fachkräfte keine gute Idee. Die Kapazitäten fehlen dann an wertschöpfenden Stellen,etwa bei der Entwicklung von Innovationen. In wenigen Regionen hängen Arbeitsplätze und Wohlstand so stark von Innovationen ab,wie in Baden-Württemberg. „Oberste Aufgabe muss daher sein,unser Land als Standort für Forschung und Entwicklung international attraktiv zu halten. Die Politik ist hier gemeinsam mit ihren Partnern mehr denn je gefordert,einschließlich der IHKs. Unsere Umfrageauswertung haben wir deshalb um konkrete Vorschläge und Forderungen ergänzt“,schließt Volker Hasbargen.

Hintergrund

Die Befragung wurde Ende 2024 online durchgeführt. Zielgruppe waren Unternehmen aus den Branchen Industrie und wissensintensive Dienstleistung aus Baden-Württemberg. Insgesamt hatten sich 257 Unternehmen beteiligt. Weitere Infos und Umfrageauswertung: https://www.produktentwicklung.ihk.de/produktmarken/aktuelles-zu-innovation/umfrage-2025-6598226.

Der Baden-Württembergische Industrie- und Handelskammertag (BWIHK) ist eine Vereinigung der zwölf baden-württembergischen Industrie- und Handelskammern (IHKs). In Baden-Württemberg vertreten die zwölf IHKs die Interessen von weit mehr als 650.000 Mitgliedsunternehmen. Zweck des BWIHK ist es,in allen die baden-württembergische Wirtschaft und die Mitgliedskammern insgesamt betreffenden Belangen gemeinsame Auffassungen zu erzielen und diese gegenüber der Landes-,Bundes- und Europapolitik sowie der Deutschen Industrie- und Handelskammer (DIHK) und anderen Institutionen zu vertreten.

PM Baden-Württembergischer Industrie- und Handelskammertag

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