Hitzewelle: Wassersparen hilft der Natur – NABU und Landeswasserversorgung geben Tipps und bitten um Mithilfe

2025-07-03    IDOPRESS

Heiß,heißer,Baden-Württemberg. Angesicht tagelanger Hitze und deutlich zu wenig Regen appellieren der NABU und die Landeswasserversorgung an die Bevölkerung,aber auch an andere Wassernutzer wie Landwirtschaft,Industrie und Kommunen,mit dem kostbaren Gut sorgsam umzugehen.

„In Baden-Württemberg werden rund 70 Prozent unseres Trinkwassers aus Grundwasser und rund 30 Prozent aus Oberflächengewässern,wie dem Bodensee oder der Donau,gewonnen. Das heißt: Jeder Liter,den wir nicht nutzen,bleibt in der Natur und steht dort Tieren,Pflanzen und sensiblen Lebensräumen,wie Seen,Flüssen,Mooren oder Feuchtbiotopen,zur Verfügung“,betont der NABU-Landesvorsitzende Johannes Enssle. „Wir müssen uns zukünftig auf mehr Wasserstress einstellen und dringlich weitere Maßnahmen zum Schutz und Erhalt unserer Wasserressourcen ergreifen“,ergänzt Bernhard Röhrle von der Landeswasserversorgung

Trockenheit bedroht Amphibien

Der Klimawandel hat langfristig gravierende Folgen für Mensch und Natur. Aktuell zeigt er sich mit einer europaweiten Hitzewelle und extremen Temperaturen bis zu 40 Grad Celsius entlang von Rhein,Neckar und Tauber,mancherorts gefolgt von Starkregen,Sturm und Hagel. Die Landesanstalt für Umwelt Baden-Württemberg vermeldet extrem niedrige Wasserstände in Flüssen und Seen,verbunden mit jahreszeitlichen Höchstwerten bei den Wassertemperaturen. Dies setzt Fische und wassergebundene Lebewesen unter Stress. Fallen Gewässer trocken oder fehlt ihnen aufgrund der hohen Temperatur Sauerstoff,sterben die darin lebenden Tiere und Pflanzen und es entfällt damit die Nahrungsgrundlage für Vögel,wie Wasseramsel und Eisvogel. Betroffen ist auch der diesjährige Amphibiennachwuchs: „Der Froschregen,wenn junge Amphibien massenweise ihr Laichgewässer verlassen,fällt dieses Jahr wohl vielerorts aus. Viele junge Frösche,Unken,Salamander und Molche vertrocknen mit dem Gewässer oder auf ihrem Weg vom Laichgewässer zum Sommerlebensraum. Sie fehlen damit als nächste Generation,aber auch als Beute in der Nahrungskette“,berichtet der NABU-Fachbeauftragte für Amphibien,Hans-Joachim Bek. Durch die häufig wiederkehrenden Trockenzeiten sind langfristig unsere Amphibienbestände bedroht.

Niedrigwasser am Bodensee

„Nach zwei nassen Wintern und einem regenreichen Sommer 2024 ist das Grundwasser,das in zwei bis 150 Metern Tiefe liegt,derzeit durchschnittlich gut gefüllt“,erklärt LW-Sprecher Röhrle. Grundwasser entsteht durch Niederschlag,der in tiefere Bodenschichten versickert und nicht durch Pflanzen aufgenommen wird oder gleich verdunstet. Durch die steigenden Temperaturen nimmt die Verdunstung deutlicher zu als der Niederschlag,es wird immer trockener,unterm Strich sinken die Pegel. Aus den Alpen fließt immer weniger Schmelzwasser in den Bodensee. Starkniederschläge im Sommer haben in der Regel keinen positiven Effekt auf das Grundwasser,weil trockene Böden diese nicht schnell genug aufnehmen können. Sichtbar ist dieser Wasserverlust aktuell am Bodensee,weite Uferbereiche fallen trocken.

Wasser sparen – von Garten bis Haushalt

Sparsam mit Wasser umzugehen ist das Gebot der Stunde. Durchschnittlich 120 Liter Leitungswasser nutzt und verschmutzt jeder Mensch in Baden-Württemberg täglich. Davon fließen 40 Liter zum Baden,Duschen und für die Körperpflege aus der Leitung,35 Liter werden durch die Toilette und 20 Liter durch die Waschmaschine gespült,zum Kochen und Trinken kommen weitere fünf Liter dazu. „Unser Leitungswasser wird bestens kontrolliert,kommt frei Haus und ist 100-mal nachhaltiger als Flaschenwasser – und mit 30 Cent für 120 Liter pro Person auch kostengünstig. Wir alle sollten mithelfen,es zu schützen“,ruft Röhrle auf. Einige Tipps: Bitte möglichst kurz duschen,keine Swimmingpools befüllen,keine Rasenflächen bewässern,tropfende Wasserhähne reparieren,die Waschmaschine nur voll befüllt anstellen und die passende Taste der Toilettenspülung nutzen. Im Garten ist es sinnvoll,stärker auf heimische botanische Hitzehelden zu setzen,wie Wiesen-Salbei,Tauben-Skabiose oder Feld-Thymian,die wenig Wasser brauchen und zudem Insekten Nahrung bieten. Auch eine blühende Wiese ist nicht so durstig wie ein kurzer Rasen,der in heißen Sommern verbrennt.

Viel Potenzial also zum Wassersparen in allen Lebens- und Arbeitsbereichen,um dem Austrocknen von Flüssen,Bächen,Tümpeln und Seen,dem Austrocknen der Böden,Ernteausfällen oder absterbenden Bäumen entgegenzuwirken.

Forderung an Landespolitik: Ins Handeln kommen

Beide Verbände appellieren außerdem an die Landespolitik,sich engagierter als bisher für den Klimaschutz einzusetzen. „Der Koalitionsstreit über die Zielabweichungen beim Klimaschutz ist wenig hilfreich. Angesicht der festgestellten Defizite muss auch die Regierung schleunigst ins Handeln kommen“,stellt Enssle fest.

Hintergrund:

Weitere Informationen über die Landeswasserversorgung (LW)

Rund drei Millionen Menschen in Baden-Württemberg und Bayern erhalten ihr Trinkwasser von der Landeswasserversorgung. Es fließt in 250 Städten und Gemeinden – darunter Aalen,Ellwangen,Schwäbisch Gmünd,Göppingen,Esslingen,Ludwigsburg,Stuttgart und Ulm – aus den Leitungen,jährlich etwa 100 Millionen Kubikmeter. Das Trinkwasser entstammt den Grundwasservorkommen der Schwäbischen Alb in der Region zwischen Ulm und Heidenheim. Ein Teil des Wassers wird der Donau entnommen und im Wasserwerk Langenau in einem mehrstufigen Verfahren zu Trinkwasser aufbereitet.

Der NABU Baden-Württemberg ist mit rund 130.000 Mitgliedern und 230 Gruppen vor Ort der mitgliederstärkste Umweltverband in Baden-Württemberg und zählt zu den größten NABU-Landesverbänden. Er engagiert sich aktuell vorwiegend in drei Handlungsfeldern,den NABU-Schwerpunkten: Naturverträgliche Landwirtschaft,Mehr Naturvielfalt in Stadt und Dorf sowie Naturverträgliche Energiewende. Der NABU möchte Menschen dafür begeistern,sich für die Natur einzusetzen – unter anderem mit bekannten Aktionen wie „Stunde der Gartenvögel“ und „Batnight“.

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Seit 125 Jahren begeistert der NABU Menschen dafür,sich für den Schutz unserer Natur einzusetzen. Ihre Unterstützung ermöglicht es uns,das weiterhin zu tun. Erfahren Sie in unserem Newsletter mehr über unsere Arbeit. www.NABU-BW.de

PM NABU Baden-Württemberg

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