11. Ellwanger Tage – Lebendige Geschichte im Alamannenmuseum Ellwangen

2025-02-19    IDOPRESS

Am 15. und 16. Februar fanden im Alamannenmuseum in Ellwangen die inzwischen 11. Ellwanger Tage – Lebendige Geschichte statt. Thema dieses Mal war „Spannende Informationen aus erster Hand zu hochaktuellen Themen aus der Archäologie“.

Die Ellwanger Tage – Lebendige Geschichte sind eine Fortbildungsveranstaltung für Geschichtsdarsteller,die sich im Alamannenmuseum etabliert hat. Dreiundzwanzig Teilnehmer lernten an zwei Tagen in verschiedenen Vorträgen und Workshops nützliche Details zur Geschichtsdarstellung. Jürgen Heinritz,Vorsitzender der Alamanni,der Darstellergruppe,die im Alamannenmuseum Ellwangen beheimatet ist,war der Hauptorganisator der Ellwanger Tage in Zusammenarbeit mit dem Museumsleiter Andreas Gut und der Museumsmitarbeiterin Ursula Maier.

Zu Beginn gab es eine besondere Führung durch die aktuelle Sonderausstellung „Multikulti am Oberrhein“ mit der Kuratorin Dr. Valerie Schoenenberg.

Im ersten Workshop,den Dr. Valerie Schoenenberg hielt,drehte sich alles um Pfostenlöcher,Keramikscherben und Schlacken. Anhand dieser Funde zeigte Schoenenberg einen Einblick in die Siedlungsstrukturen des Frühmittelalters am Beispiel von Lauchheim-Mittelhofen-Breite. Schoenenberg hatte über einige der Ausgrabungsbefunde ihre Doktorabeit geschrieben. Den Teilnehmern bot sie durch ihr umfassendes Wissen ein Einblick in die Ausgrabungen und wie die Funde ausgewertet werden können. Manche Interpretation der Anfangszeit erweist sich durch weitere Funde als falsch. Anhand der Fundsituationen führte Schoenenberg an,wie schwierig oft die genaue Datierung der Funde sein kann. Durch Keramikfunde kann der Zeitraum eingegrenzt werden,aber die Datierung der Keramikfunde aus der Frühmittelalterzeit steckt noch am Anfang,daher ist der Zeitraum nicht immer so genau einzugrenzen. Durch Glücksfälle findet man ab und zu Holzstücke,die man anhand der Jahresringe (Dendrochronologie) sehr genau datieren kann. Sie sensibilisierte die Teilnehmer,dass diese vorhandene Quellen sehr genau prüfen.

Im nächsten Workshop führte Jürgen Heinritz die Teilnehmer in die Welt von Beowulf. Anhand einer alten Schriftquelle (Beowulf stammt aus dem 7. Jahrhundert,wurde etwa um 1000 n.Chr. aufgeschrieben) führte er die Teilnehmer zu einer szenischen Darstellung. Die erste Quelle war altenglisch. Übersetzungen gab es in aktuellem Englisch und auch in Deutsch. Durch viele Vergleiche dieser Texte brachte Heinritz die Teilnehmer dazu,genau zu prüfen,was in der Textquelle steht und was genau zu wissen ist. Nur dies kann in einer szenischen Darstellung verwendet werden.

Der Sonntag begann morgens mit dem letzten Workshop,Dr. Valerie Schoenenberg hielt auch diesen ab. Zu den vielen Informationen vom Samstag kamen nun die Detailinterpretationen. Schoenenberg ging auf Nutzung,Ausgestaltung und Funktionen innerhalb eines Siedlungsplatzes ein. Anhand der Pfostenlöcher konnten einige Gebäude rekonstruiert werden,wie sie vermutlich ausgesehen haben. Da von den Gebäuden nur Pfostenlöcher oder Wandgräbchen zu finden sind,ist es sehr schwierig,das Aussehen zu rekonstruieren. Die Gröe eines Gebäudes ist oft das Einzige,das sicher belegt werden kann. Allerdings sind oft,wie auch im Lauchheim,viele Funde nicht zuordenbar. Durch die langjährige Besiedlung sind die Umrisse oft übereinander gelagert und können so nicht mehr eindeutig einem bestimmten Gebäude zugeordnet werden. Schoenenberg konzentrierte sich in ihrem Vortrag auf die gut dokumentierten Funde und konnte so besispielsweise Vermutungen eines Stall-Wohngebäudes anhand von Phosphatfunden in einem Teil des Hausumrisses anführen. Nachgewiesene Öfen mit Eisenresten führten zu vermuteten Schmiedewerkstätten. Sie gab sogar anhand der Funde,bzw. Nicht-Funde Möglichkeiten für Wege oder Straßen an. Leider gab es bisher keine Funde,die diese Vermutungen von Straßen bestätigten.

Schoenenberg begeisterte mit ihren Vorträgen die Teilnehmer,die sie mit vielen Fragen bombardierten und Schoenenberg konnte diese ausführlich beantworten.

Zum Ende der Veranstaltung gab Heinritz einen kleinen Ausblick auf das Alamannenforum im Oktober,an dem unter anderem Handwerk im Mittelpunkt stehen soll. Die zwölften Ellwanger Tage – Lebendige Geschichte finden am 14. und 15. Februar 2026 statt.

Am Samstag Abend fand noch die Mitgliederversammlung der Alamanni statt. Jürgen Heinritz gab seinen Posten als Vorsitzender ab,neuer Vorsitzender ist Daniel Kollmus aus Weinsberg,der einstimmig gewählt wurde.

Alle Teilnehmer und Teilnehmerinnen waren begeistert von der Fortbildung und nahmen viel Neues mit nach Hause.

Foto (Daniela Bittner): Bild von den vielen Teilnehmern,an der Stirnseite sitzen Jürgen Heinritz und Dr. Valerie Schoenenberg. 

PM Alamannenmuseum Ellwangen

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